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Fitness für Bauleiter

Autor: 
Wolfgang Koczelniak

Fachlicher Input ergänzt Eigenanalyse
Wolfgang Koczelniak kennt die Tücken. Aus seiner eigenen praktischen Erfahrung als Bauleiter oder Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen hat er das berufsbegleitende Fitnessprogramm entwickelt, mit dem er Abhilfe weiß. Dabei geht er für zwei bis drei Monate alle zwei Wochen einen halben Tag mit dem Bauleiter ins Gespräch. „Das Arbeitsgespräch ist an einem neutralen Ort, um nicht vom Alltagsgeschäft abgelenkt zu werden. Zuerst schauen wir uns an, wo der Schuh drückt“, meint er. Bestandsaufnahme kann man das auch nennen. Oft sind die Themen der Bauleiter ähnlich gelagert: Baustellenbesuche, die wenig Zeit für ein strukturiertes Gespräch mit dem Polier lassen, hoher Kostendruck und unvorhergesehene Störungen oder lange Regeltermine mit dem Bauherrn oder Architekten.
Bei den Gesprächen überlegt sich der Bauleiter anhand von Situationen aus der eigenen Arbeit, wo er Verbesserungen braucht. Handlungsfelder werden festgelegt und Maßnahmen erarbeitet, die der Bauleiter in der Praxis direkt umsetzen kann und soll: die persönlichen Arbeitstechniken, die Arbeitsvorbereitung und Steuerung der Baustellenabwicklung, die Zusammenarbeit im eigenen Unternehmen, Führungstechniken oder die Kommunikation mit Vorgesetzten und Mitarbeitern.

Einzelne Ziele formulieren
„Wir arbeiten mit Flip-Chart und Pinnwand“, erklärt Koczelniak als Symbolik für die Praxisnähe. Bei den Arbeitsgesprächen werden rückblickend die Fortschritte analysiert und neue Ziele gesetzt. Wichtig ist für ihn, dass der Bauleiter selbst an den Themen arbeitet: Sei es die Checkliste für den Regeltermin mit dem Polier oder die persönliche Terminplanung. „Ich gebe lediglich Input“, so der Trainer. Später reicht ein Termin alle zwei Monate. Diese Folgetermine sind aber wichtig, um den Fortschritt im Blick zu haben. „Nur mit solchen Kontrollterminen kann man eine Leistungsverbesserung erkennen“, ist der Fachmann überzeugt.

Gute Vorbereitung stärkt die Position
Übrigens hat Koczelniak einfache, aber stimmige Lösungsansätze, zum Beispiel für die effiziente Zusammenarbeit mit dem Polier: Dafür empfiehlt er anstelle von täglichen kurzen Stippvisiten auf der Baustelle einen Regeltermin, der für beide Seiten verbindlich ist und gut vorbereitet sein muss. Überhaupt legt er großen Wert auf Top-Vorbereitung als eine wichtige Methode gegen Zeitfresser. Und sie stärkt fast wie nebenbei die eigene Position als Bauleiter.